
Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung sind eine wichtige Säule des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Sie ermöglichen es Unternehmen, nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern, sondern auch langfristig deren Leistungsfähigkeit und Produktivität zu erhöhen. Dies führt zu einer Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Erfahren Sie, welche die wichtigsten Maßnahmen sind und wie sie in ihre Strategie zur betrieblichen Gesundheitsförderung integriert werden.
Die drei Säulen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) besteht aus verschiedenen Säulen. Die erste Säule ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AUG), der durch die EU-Richtlinie 89/391/EWG vorgeschrieben ist. In Deutschland wird diese sogenannte Arbeitsschutz-Rahmenrichtlinie durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) umgesetzt. Ziel ist, durch präventive Maßnahmen für Gesundheitsschutz bei der Arbeit und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen zu sorgen.
Eine weitere Säule des BGM ist das ebenfalls vorgeschriebene Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Es unterstützt Mitarbeitende nach längerer Erkrankung dabei, schrittweise und nachhaltig an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Ziel des BEM ist es, die Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten und erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen.
Die dritte Säule ist die Betriebliche Gesundheitsförderung, die nicht vom Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vorgeschrieben ist. Während das Arbeitsschutzgesetz Unternehmen verpflichtet, allgemeine Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz zu ergreifen, geht dies nicht so weit, dass spezifische Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung zwingend durchgeführt werden müssen. Doch es lohnt sich, dieser dritten Säule des BGM besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Mit den passenden Maßnahmen leistet die Betriebliche Gesundheitsförderung einen großen Beitrag zu einer gesunden, wertschätzenden und leistungsfähigen Arbeitsumgebung.
| Arbeits- und Gesundheitsschutz (AUG) | Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) | Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) |
| Prävention gesundes und sicheres Arbeiten Gefährdungsbeurteilung Arbeitsplatzbegehungen Arbeitsmedizinische Vorsorge Schulung und Unterweisung | Dienstvereinbarung Erst- und Folgegespräche | Bewegung Ernährung Gesundheitskompetenzen Stressbewältigung Umgang mit Konflikten Fortbildung Gesunde Führung |
Die 7 wichtigsten Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
Die Betriebliche Gesundheitsförderung mit ihren Maßnahmen ist Teil einer umfassenden Gesundheitsstrategie Ihres Unternehmens. Die Maßnahmen unterstützen sowohl das physische als auch das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz.
1. Gesundheitsförderliche Unternehmenspolitik
Die gesundheitsförderliche Unternehmenspolitik zielt darauf ab, Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten als festen Bestandteil der Organisationsstrategie zu verankern und bei allen betrieblichen Entscheidungen mitzudenken. Wichtig ist dabei, eine offene Unternehmenskultur zu fördern, in der gesundheitliche Belastungen und Probleme ohne Angst vor Stigmatisierung angesprochen werden können. Gleichzeitig schafft das Unternehmen strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen, die ein sicheres und gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld unterstützen. Dazu gehört auch, dass Maßnahmen zur Bewegungsförderung, Ernährung, Suchtprävention, zu ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung, flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie Stressbewältigung und Achtsamkeit nicht isoliert umgesetzt, sondern strategisch miteinander verknüpft werden. Hilfreich sind hier digitale Tools wie die Changers Fit App, um den Beschäftigten verschiedene Angebote auf einer attraktiven Plattform zugänglich zu machen und sie gleichzeitig zentral und einfach zu verwalten.
2. Maßnahmen zur Bewegungsförderung
Eine häufig umgesetzte Maßnahme der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Bewegungsförderung. Ziel dieser Maßnahmen ist es, körperliche Aktivität in den Arbeitsalltag zu integrieren und dadurch gesundheitliche Beschwerden, die durch Bewegungsmangel auftreten, zu reduzieren. Hier hilft die Einführung aktiver Pausen mit geführten Dehnübungen oder sogenannte „Walk-and-Talk-Meetings“, um Verspannungen vorzubeugen und die Konzentrationsfähigkeit der Beschäftigten zu fördern.
Wer sportliche Aktivitäten unterstützen will, kann firmeninterne Firmenfitnessprogramme anbieten oder mit lokalen Fitnessstudios kooperieren, damit Mitarbeitende vergünstigten Zugang zu Sport- und Bewegungsangeboten erhalten. Auch Firmen-Sportgruppen, wie Laufgruppen oder Fußballteams, motivieren, regelmäßig an Bewegungsangeboten teilzunehmen.
Besonders niederschwellige Maßnahmen sind betriebliche Bewegungs-Challenges, wie Schritt-Challenges oder Fahrrad-Challenges. Welche Möglichkeiten die Changers Fit App bietet, um Challenges zu starten und zu begleiten, finden Sie auf unserer Seite.
Solche Maßnahmen stärken nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern fördern zugleich den Teamzusammenhalt und das gemeinsame Gesundheitsbewusstsein.

3. Maßnahmen zur gesunden Ernährung
Eine weitere wichtige Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Unterstützung einer gesunden Ernährung am Arbeitsplatz. Ziel ist es, das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten zu stärken und langfristig gesundheitsförderliche Ernährungsgewohnheiten zu unterstützen. Erfahrungen zeigen, dass es vielen Menschen gerade am Arbeitsplatz schwerfällt, das Wissen um gesunde Ernährung in die Tat umzusetzen. Bieten Sie beispielsweise gesunde Snacks und ausgewogene Mahlzeiten in der Kantine an oder stellen Obstschalen in Gemeinschaftsbereichen bereit. Wer mit gutem Beispiel vorangeht, sorgt für gesunde Getränke und Snacks bei Meetings, beispielsweise Gemüse-Smoothies statt zuckerhaltiger Fruchtsäfte.
Einige Unternehmen bieten individuelle Ernährungsberatungen oder Gruppenschulungen durch Fachkräfte direkt am Arbeitsplatz an, um Mitarbeitende über gesunde Ernährung sowie deren Einfluss auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zu informieren. Wenn Sie Schulungen und Workshops anbieten, achten Sie auf ein gutes Verhältnis von Theorie und Praxis. Zu lernen, wie man drei verschiedene gesunde und leckere Mittagsmahlzeiten zubereitet, die zum Arbeitsalltag passen, hilft oft mehr als detailliertes theoretisches Fachwissen zur Ernährung. Auch digitale Tools sind ein guter Support, aus neuem Wissen auch neue gesunde Gewohnheiten zu machen.
4. Maßnahmen für Achtsamkeit und Stressmanagement
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Unterstützung der psychischen Gesundheit der Beschäftigten. Dabei sollen Belastungen reduziert und der Umgang mit Stress im Arbeitsalltag verbessert werden. Regelmäßige Achtsamkeits- und Entspannungstrainings, etwa in Form von geführten Meditationen oder Atemübungen, sind eine effektive Maßnahme der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Wenn Sie die Möglichkeit in Ihrem Unternehmen haben, richten Sie spezielle Ruhe- oder Entspannungsräume ein, die Mitarbeitenden während der Arbeitszeit als Rückzugsort dienen können. Workshops und Seminare zur Stressbewältigung, Resilienz oder mentalen Gesundheit, tragen dazu bei, das psychische Wohlbefinden der Beschäftigten zu stärken, Stresssymptome zu verringern und langfristig ein gesundes Arbeitsklima zu fördern oder zu erhalten.
Auch hier gilt, solche Angebote entfalten erst dann ihre volle Wirksamkeit, wenn Mitarbeitende bei der Umsetzung des neu erlernten Wissens unterstützt werden. Das kann beispielsweise durch neue Pausenregelungen geschehen oder auch durch die Einführung einer betrieblichen Gesundheits-App.
5. Maßnahmen zur Arbeitsplatzgestaltung
Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung für eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsumgebung sind oft besonders effektiv, da eine sofortige Wirkung zu spüren ist. An erster Stelle steht hier eine Analyse der einzelnen Arbeitsplätze durch Fachpersonal und Arbeitsschutzbeauftragte. Höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Sitzmöbel oder eine optimale Anordnung von Bildschirm und Arbeitsmitteln sind Beispiele, wie ein Arbeitsplatz gesundheitsförderlich gestaltet werden kann. Dadurch sollen Haltungsschäden, Verspannungen und andere körperliche Beschwerden vermieden werden. Aber nicht nur die einzelnen Arbeitsplätze sind hier im Fokus.
Auch die Verbesserung der Beleuchtung und der Luftqualität in den Arbeitsräumen fördert das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit der Beschäftigten. Darüber hinaus setzen viele Unternehmen auf flexible Arbeitsplatzkonzepte. Das fördert regelmäßige Bewegung und Haltungswechsel im Arbeitsalltag.

6. Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten
Eine vielleicht weniger naheliegende Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung betrifft die Gestaltung der Arbeitszeit. Sehr oft entsteht dauerhafter und krankmachender Stress durch konkurrierende Anforderungen im Berufs- und Privatleben, wenn sie sich nicht vereinbaren lassen. Gleitzeitregelungen ermöglichen es Beschäftigten, Arbeitsbeginn und -ende flexibler zu gestalten und besser an individuelle Lebenssituationen anzupassen.
Auch Teilzeitmodelle oder Jobsharing-Angebote sind erfolgreiche Maßnahmen, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und eine ausgewogene Work-Life-Balance zu fördern. Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, reduziert zeitintensive und oft nervlich belastende Pendelwege und ermöglicht mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitsorganisation. Insgesamt tragen flexiblere Arbeitszeitmodelle dazu bei, Stress zu verringern, die Zufriedenheit der Beschäftigten zu erhöhen und so langfristig die Gesundheit zu unterstützen.
7. Maßnahmen zur Suchtprävention
Eine ganz andere Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Suchtprävention. Hier greifen sehr viele der bisher genannten Maßnahmen ineinander, da sie für weniger Stress, mehr Wohlbefinden und wachsendes Bewusstsein für gesundes Verhalten sorgen. All das senkt das Risiko für Suchtverhalten.
Darüber hinaus sind wichtige Maßnahmen der Suchtprävention Informationsveranstaltungen und Workshops zu Themen wie Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentenkonsum. Sie schaffen Bewusstsein, aber auch eine Sprache und einen Raum, um über die gesundheitlichen und beruflichen Folgen von Suchterkrankungen und auch über eigene Erfahrungen sprechen zu können.
Um den Schritt für Betroffene zu erleichtern, sich frühzeitig Unterstützung zu holen, helfen ein offenes Betriebsklima und ganz konkret auch Beratungsangebote oder anonyme Anlaufstellen. Ergänzend können betriebliche Regelungen zum Umgang mit Suchtmitteln sowie Unterstützungsprogramme zur Wiedereingliederung betroffener Mitarbeitender eingeführt werden.
Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen im Arbeitsalltag
Eine Betriebliche Gesundheitsförderung, die sich darauf fokussiert, Gesundheitsförderung in die alltäglichen Abläufe am Arbeitsplatz zu integrieren, folgt dem sogenannten Setting-Ansatz. Dabei werden sowohl verhaltens- als auch verhältnispräventive Maßnahmen genutzt. Verhaltensprävention zielt darauf ab, das individuelle Gesundheitsverhalten der Mitarbeitenden zu verbessern, während die Verhältnisprävention die Arbeitsumgebung und -bedingungen optimiert, um gesundheitsförderliche Verhaltensweisen zu unterstützen. Optimalerweise ergänzen und unterstützen sich diese beiden Ansätze, wie hier im Überblick:
| Kategorie | Maßnahmen bezogen auf das Verhalten | Maßnahmen bezogen auf die Verhältnisse |
| Ernährung | Ernährungskurse, Ernährungsberatung | gesunde Kantinenkost |
| Bewegung / Ergonomie | Rückenkurse, Walking | Gesundheit fördernde Gestaltung des Arbeitsplatz |
| Stressbewältigung | Kurse zur Entspannung, Stressmanagement Weiterbildung | gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung |
| Suchtprävention | Kurse zur Tabakentwöhnung | rauchfreier Betrieb, Verbesserung des Betriebsklimas (Mobbing, Mitarbeiterführung) |
| Organisationsgestaltung | Fort- und Weiterbildung im Bereich Organisation und Gesundheit | Etablierung von Gesundheitszirkeln, bauliche Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit |
| Arbeitsgestaltung | Fort- und Weiterbildung im Bereich Arbeitsgestaltung | Arbeitsplatzwechsel flexible Arbeitszeiten |
| Unternehmenskultur | Schulung der Führungskräfte | Entwicklung Leitbild, transparente Kommunikation, Aufbau Kompetenz in der Führung |
Die wichtigsten Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung zusammengefasst
Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein zentraler Bestandteil eines modernen Betrieblichen Gesundheitsmanagements und stärkt sowohl die Gesundheit als auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Sie umfasst verschiedene Handlungsfelder wie Bewegung, Ernährung, Stressmanagement, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeitmodelle und Suchtprävention. Entscheidend ist dabei nicht nur die Umsetzung einzelner Maßnahmen, sondern eine ganzheitliche und strategisch verankerte Gesundheitskultur im Unternehmen. Durch eine gesundheitsförderliche Unternehmenspolitik werden diese Bereiche sinnvoll miteinander verbunden und nachhaltig in den Arbeitsalltag integriert. Unternehmen profitieren dadurch von motivierteren Teams, weniger Fehlzeiten und einer höheren Zufriedenheit. Das steigert wiederum die Mitarbeiterbindung und die Attraktivität als Arbeitgeber.
Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an!
Moderne Maßnahmen für Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz lassen sich heute effizient digital unterstützen. Wenn Sie erfahren möchten, wie die Changers Fit App ihre Maßnahmen vernetzt, motivierend kommuniziert und messbar macht, kontaktieren Sie uns jetzt und gestalten Sie gemeinsam mit uns die Zukunft Ihrer Betrieblichen Gesundheitsförderung.

Daniela Schiffer
E-Mail: d.schiffer@changers.com
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